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Lehne mit sieben Streben

Der Leksandsstolen, wie wir ihn heute kennen, stammt vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Grundform des Stuhl reicht jedoch bis ins späte 17. Jahrhundert zurück.

Unter dem englischen Einfluss während der spätgustavianischen Zeit fertigten die Stuhlbauer damals Lehnstühle mit geschweiften, fast quadratischen Lehnen und sich nach unten verjüngenden, viereckigen Beinen. Zunächst in Stockholm, nach und nach aber auch für die Menschen auf dem Lande. Dank ihres guten Sitzkomforts avancierten sie zu einem der häufigsten Stuhlmodelle, wobei eine Variante mit sieben Streben in der Lehne als Leksandsstolen bekannt wurde.

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Auch in Leksand war die Notwendigkeit groß, sich neben Land- und Forstwirtschaft ein Zubrot zu verdienen, und eine der Spezialisierungen, die sich ab den 1870-er Jahren bis zur Jahrhundertwende zu einem Heimarbeitshandwerk entwickelte, war die Herstellung von Stühlen. 1912 waren mindestens 15 aktive Stuhltischler in Hjulbäck in der Gemeinde Siljansnäs tätig, die sich den Ruf erworben hatten, qualitativ hochwertige Arbeiten zu liefern.
Die Notwendigkeit eines Nebenerwerbs nahm ab, als rund um Stockholm der Bedarf an Bauarbeitern wuchs. Damit ging auch die Stuhlfertigung nach und nach zurück.

Eric Erkers arbeitete über mehrere Jahre in Dalarna und Stockholm als Elektriker. Bei einem Arbeitsunfall erblindete er auf einem Auge und fasste den Entschluss, etwas Neues in Angriff zu nehmen. Zusammen mit seiner frischgebackenen Ehefrau Signe gründete er ein Café in seinem Heimatdorf Björken in der Gemeinde Siljansnäs. Nach und nach wurde das Sortiment durch Kunsthandwerk von den Höfen aus der Umgebung erweitert und nach einiger Zeit hatte sich das kleine Unternehmen zu einem Dorfladen gemausert.

bygge1932 kaufte Eric eine Drehbank, um Tassen, Teller und Kannen für sein Geschäft herstellen zu können. Ein paar Jahre später kam die Herstellung von Möbeln dazu, wie Dala-Truhen, Eckschränken und Stühlen. Zu dieser Zeit wurde auch die Fertigung des für die Region traditionellen Stuhlmodells aufgenommen – mit Tischlern, die bei den alten Meistern in die Lehre gegangen waren.

1960 brannte die Tischlerei bis auf die Grundmauern nieder. Das neue Gebäude wurde aus Stein errichtet und zu einer modernen Maschinentischlerei, deren Hauptprodukt der Leksandsstolen ist.
 

Quelle: Made in Dalarna, Dalarnas Fornminnes- och hembygdsförbund (Traditions- und Heimatverein Dalarna), 2000, „Leksandsstolar“ von Rune Bondjers.